Mamma Mia! Dialog mit Prof

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Mamma Mia! Dialog mit Prof. Wallwiener
Beantwortung von Fragen zu Brustkrebs

Inzidenz und Mortalität

Wie häufig ist Brustkrebs Brustkrebs gehört in den westlichen Ländern zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen der Frau (19-27%). Das Erkrankungsrisiko beträgt zur Zeit 7-10%. In Deutschland erkranken jährlich etwa 45 000 ? 50 000 Frauen, wobei der Altersgipfel zwischen 50 und 70 Jahren liegt. Der Anteil der Frauen unter 40 Jahren und die Erkrankungshäufigkeit scheinen in der westlichen Welt zuzunehmen.
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Wie gut sind die Überlebenschancen?follixin composition

Generell gilt: je früher Brustkrebs diagnostiziert wird, desto besser sind die Überlebenschancen. Die 5-Jahres-Überlebensrate bei lokal begrenztem Tumor liegt bei ca. 85 %, wenn bereits Fernmetastasen (Absiedlungen z.B. in Knochen, Leber, Lunge) vorhanden sind fällt die 5-Jahres-Überlebensrate auf 10 %.xtrasize

Brustkrebspatientinnen nie als geheilt, da auch nach 10-20 Jahren Metastasen auftreten können. Somit gilt Brustkrebs als chronische Erkrankung.prostaplast apotheke

Ursachen

Ist Brustkrebs vererbbar?black mask

Brustkrebs tritt leider in manchen Familien häufiger auf. Bei ca. 5 % der Frauen mit Brustkrebs sind Mutationen in den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 für die Erkrankung verantwortlich. Werden diese Mutationen in den Genen nachgewiesen, erhöht sich das Risiko im Lauf des Lebens an Brustkrebs zu erkranken um bis zu 80%.mass extreme

Wenn aufgrund der familiären Vorgeschichte oder auf Basis eines Gentests ein erhöhtes Risiko festgestellt wird, sollte daher eine engmaschige Kontrolle sowohl durch eigene monatliche Selbstuntersuchung der Brüste als auch durch regelmäßige Kontrollen mit bildgebenden Verfahren wie zum Beispiel Ultraschall und Mammographie durch den Facharzt erfolgen.cellulitis treatment

Wer sollte einen Gentest vornehmen lassen?dar

Nachfolgend werden einige typische Familienmuster genannt, die auf einen genetisch bedingten Brustkrebs hinweisen können. Voraussetzung für einen Gentest ist die Volljährigkeit und mindestens eines der folgenden Kriterien:

Erblicher Brustkrebs kann vorliegen, wenn in der Familie

  • zwei oder mehr Frauen an Brust- und/oder Eierstockkrebs erkrankt sind, von denen mindestens eine vor dem 50. Lebensjahr erkrankt ist
  • ein Familienmitglied unter 30 ein einseitiges Mamma-Karzinom hat
  • ein Familienmitglied unter 40 an doppelseitigem Brustkrebs oder an Eierstockkrebs erkrankt ist
  • ein Familienmitglied mit Eierstockskrebs vor dem 40.Lebensjahr
  • männlicher Brustkrebs vorgekommen ist
  • mindestens eine Frau in der Familie an Brustkrebs sowie eine Frau unter 50 an Eierstockkrebs erkrankt ist

Wo kann man sich testen lassen?

Eine Genanalyse sollte nur im Rahmen einer so genannten interdisziplinären Tumorrisikosprechstunde durchgeführt werden. Hier wird die Ermittlung des Erkrankungsrisikos sowie eine psychologische Betreuung angeboten.

Was sind Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs?

Es besteht ein erhöhtes Risiko an Brustkebs zu erkranken, wenn:

  • Sie älter als 50 Jahre sind
  • nahe Verwandte (Mutter/ Schwestern) bereits Brustkrebs hatten
  • Sie selbst schon früher an Brustkrebs erkrankt waren
  • Sie eine starke Mastopathie haben (d.h. besonders knotige Brustdrüsenveränderungen, zahlreiche Mikroverkalkungen in der Mammographie)
  • Sie mit einer Hormon-Ersatz-Therapie länger als 5 Jahre behandelt wurden
  • Sie übergewichtig sind und sich zu wenig bewegen
  • Sie viel Alkohol trinken
  • Sie kinderlos sind oder spät Ihr erstes Kind bekommen haben
  • Sie schon früh Ihre erste Menstruation hatten
  • Sie spät in die Menopause gekommen sind

Gibt es Medikamente zur Vorbeugung von Brustkrebs?

In bereits abgeschlossenen Studien wurde das Medikament Tamoxifen zur Vorbeugung gegen Brustkrebs bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko untersucht. Es stellte sich heraus, dass durch Tamoxifen die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, bei diesen Frauen deutlich reduziert werden konnte.

Eine Weiterentwicklung des Tamoxifens stellen verschiedene Aromatasehemmer (z.B. Anastrozol) dar. Bei bereits an Brustkrebs erkrankten Frauen hat man in Studien herausgefunden, dass Anastrozol wirksamer und verträglicher als Tamoxifen ist.

Deshalb soll in der IBIS-II-Studie (International Breast Cancer Intervention Study-II) geprüft werden, ob die Vorbeugung bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko noch wirksamer ist, wenn man neben den üblichen Früherkennungsmaßnahmen (Mammographie, Ultraschall) zusätzlich mit Anastrozol vorbeugt.

Wie kann ich durch meine Lebensgewohnheiten Brustkrebs aktiv vorbeugen?

Wer wenig tierische Fette, viele Vitamine, Früchte, Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch auf den Tisch bringt und damit auch Übergewicht vermeidet, ist auf dem richtigen Weg. Zudem wird das Risiko für Brustkrebs durch regelmäßige sportliche Aktivität und wenig Alkoholkonsum vermindert.

Prävention


Welche Brustveränderungen sind verdächtig?

Jede neue und andauernde Veränderung der Brust ist verdächtig. Folgende Zeichen sind zu beachten:

  • neu aufgetretene Seitendifferenz der Brust oder Deformierungen
  • eine blutige Sekretion der Brustwarze
  • anhaltende Rötung
  • ein derber, schlecht abgrenzbarer Knoten
  • eine Einziehung der Mamille
  • Organgenhaut
  • eine Einziehung oder Vorwölbung der Haut

Welche Untersuchungen sind sinnvoll zum Ausschluss von Brustkrebs

Der Standard ist nach wie vor die Mammographie. Ergänzend zur Mammographie sollte ein Ultraschall von der Brust erfolgen. Die Durchführung einer Kernspintomographie ist kein Standard und speziellen Indikationen vorbehalten (z.B. bei familiärer Belastung).

Bei Verdacht auf Brustkrebs anhand der Klinik bzw. der Bildgebung muss eine Biopsie durchgeführt werden. Unter einer Biopsie versteht man die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem verdächtigen Gewebe. Nur die mikroskopische Untersuchung der Gewebeprobe der Brust kann endgültig Klarheit darüber geben, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Am Brustzentrum Tübingen erhalten Sie durch eine Gewebeprobe innerhalb von 24 Stunden ein Ergebnis.

Seit ein paar Monaten ist ein Achsellymphknoten geschwollen. Was kann die Ursache sein?

Für geschwollene Lymphknoten gibt es viele Ursachen z.B. Entzündungen oder nach Eingriffen an der Brust. Wenn sie einen Lymphknoten neu ertasten und gleichzeitig auch in der Brust eine Veränderung spüren, sollten sie den Befund bei Ihrem Gynäkologen abklären lassen.

Wann sollten Tumormarker bei Brustkrebs abgenommen werden?

Die Tumormarker bei Brustkrebs (CA 15-3, CEA) haben keinen hohen Stellenwert bei der Diagnosestellung von Brustkrebs, sondern vielmehr liegt ihre Bedeutung in der Verlaufskontrolle nach der Therapie. So sollten primär erhöhte Marker nach der Primärtherapie abfallen, ein späteres Rezidiv, d.h. Wiederauftreten von Brustkrebs, wird zu 50-85% durch den Anstieg der Marker erkennbar. Aus der Anstiegshöhe lassen sich zumeist Schlüsse auf das Tumorvolumen ziehen.

Wie oft ist eine Mammographie sinnvoll?

Beim qualitätsgesicherten Mammographie-Screening nach europäischen Leitlinien erhalten symptomfreie Frauen in der Altersgruppe von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre eine Einladung zur Röntgenuntersuchung der Brust. Die Teilnahme ist kostenlos.

Bei Frauen mit Symptomen (d.h. Tastbefund, ungewöhnliche Schmerzen,..) sollte eine Mammographie zur weiteren Abklärung des Befundes sofort erfolgen.

Muss eine Operation durchgeführt werden, wenn Kalkablagerungen in der Mammographie gefunden werden?

Kalkablagerungen müssen durch eine Gewebsentnahme aus der Brust abgeklärt werden. Dies kann durch eine Stanz-, Vakuum- oder offene Biopsie erfolgen.

Es kann sich dabei um vollkommen gutartige Veränderungen handeln oder um Vorstufen von Brustkrebs, die man mit hoher Sicherheit heilen kann.

Ich habe eine Mammographie machen lassen. Nun ist bei den Befunden immer die Rede von BIRADS ? was bedeutet diese Abkürzung?

Die Dokumentation von Befunden bei der Mammographie muss immer standardisiert nach der BI-RADS-Klassifikation erfolgen. BI-RADS ist eine britische Stufeneinteilung und steht für Breast Imaging-Reporting and Data system.

BI-RADS-Kategorie

Beschreibung

Malignitätsrisiko

0

Bildgebung unvollständig

?

1

Negativ

0%

2

Sicher gutartig

0%

3

Wahrscheinlich gutartig

<2%

4

brustkrebsverdächtig

2-90%

5

brustkrebstypisch

>90%

Diagnose

Brustkrebsvorstufen

Brustkrebs entwickelt sich häufig aus unscheinbaren Krebsvorstufen. Doch auch Vorstufen von Brustkrebs bestehen aus bösartigen Krebszellen. Im Gegensatz zum eigentlichen Krebs sind die Krebszellen hier jedoch noch nicht in umliegendes Gewebe eingedrungen. Krebsvorstufen werden daher als "nichtinvasive? Tumore oder "in situ? (lateinisch: ortsansässige) Karzinome bezeichnet. Brustkrebsvorstufen besitzen noch nicht die Fähigkeit, sich in andere Organe auszubreiten. Somit ist ein DCIS eine heilbare Erkrankung, unbehandelt besteht aber ein 30-50%iges Risiko für die Entstehung eines invasiven Tumors.

Das duktale Carcinoma in situ (Abkürzung: DCIS) geht von den Milchgängen aus. Entdeckt wird es wegen winziger Kalkablagerungen (Mikrokalk) in der Mammographie, zu tasten ist das DCIS dagegen so gut wie nie. Ohne Behandlung entwickelt sich aus der Hälfte der DCIS Krebs. Es ist durch Operation und Strahlentherapie heilbar.

Das lobuläre Carcinoma in situ (Abkürzung: CLIS) wächst innerhalb der feinen Gänge der Drüsenläppchen. Meist wird es zufällig bei der Abklärung einer als wahrscheinlich gutartig eingestuften Veränderung gefunden. Das Brustkrebsrisiko ist bei der betroffenen Frau erhöht, da sich aus dem CLIS Brustkrebs entwickeln kann. Das erhöhte Risiko gilt dabei auch für die andere Brust. Da das CLIS aus entarteten Zellen besteht, sollte es entfernt werden. Wichtig ist auch, gewissenhaft die Früherkennungsuntersuchungen für Brustkrebs zu nutzen.

Gibt es eine medikamentöse Nachbehandlung bei einem DCIS?

Bei positivem Hormonrezeptorstatus erreicht man durch die Gabe von Tamoxifen eine signifikante Risikoreduktion für einen Rückfall. Die Gabe von Aromatasehemmern wird in der IBIS-II-Studie geprüft.

Welche Formen von Brustkrebs gibt es?

Die häufigsten Formen sind der Milchgangkrebs bzw. das invasiv duktale Mammakarzinom, gefolgt von dem Läppchenkrebs bzw. dem invasiv lobulären Mammakarzinom. Das invasive duktale Karzinom wächst zunächst in den Milchgängen der Brust, breitet sich dann aber in umgebendes Gewebe aus. Es ist mit etwa 75 Prozent die häufigste Form der Brustkrebserkrankung der Frau.

Das invasive lobuläre Karzinom beginnt in den Drüsenläppchen der Brust zu wachsen und breitet sich von dort in umgebendes Gewebe aus. Es kommt mit rund 12 Prozent seltener vor als das duktale Karzinom

Daneben gibt es eine Reihe seltener Formen von Brustkrebs. Beim inflammatorischen (lateinisch: entzündlichen) Karzinom ist die Haut an der betroffenen Brust gerötet, überwärmt und geschwollen. Diese Krebsart wächst schnell und ist besonders bösartig. Das so genannte Paget-Karzinom tritt mit einer schuppenden, geröteten Veränderung de Haut im Bereich von Brustwarze und Warzenhof in Erscheinung. Es geht meistens von den Milchgängen in Verbindung mit einem DCIS oder einem invasiv wachsenden Milchgangkrebs aus. Papilläre, tubuläre und muzinöse Karzinome gehen von der inneren Zellschicht des Milchgangssystems der Brust aus.

Untersuchung des Gewebes

Was wird in meinem Tumorgewebe alles getestet?

Routinemäßig liefert der Pathologe Angaben über die Größe, die Art des Brustkrebses, den Befall von Lymphknoten, den Hormonrezeptor-, sowie HER-2/neu Rezeptorstatus. Bei Anfrage können aber auch noch andere, neuere Prognosefaktoren gestestet werden (PAI 1, uPA).

Bestimmung von PAI 1, uPA

Die Bestimmung von PAI 1 und uPA ist vielerorts schwierig und stößt v.a. bei kleinen Tumoren an technische Grenzen. Die Bestimmung muss an Frischgewebe erfolgen, das sofort nach der Entnahme in flüssigem Stickstoff oder auf Trockeneis schockgefroren werden muss. Häufig ist gerade bei kleinen Tumoren zu wenig Frischgewebe verfügbar.

Bei freien Lymphknoten konnte jedoch gezeigt werden, dass Patientinnen mit hohen uPA- und/ oder PAI-1 Gehalt wohl eine Verbesserung des Rückfallfreien Überlebens haben.

Therapie - Operation

Wer kann brusterhaltend operiert werden?

Die brusterhaltende Therapie ist heute das operative Standardverfahren.

Durch diese neue Technike können bei Erhalt der Brust gleich gute Heilungsergebnisse erzielt werden, wie früher nach Amputation der Brust. Unbedingte Voraussetzungen für die brusterhaltende Operation sind jedoch, dass der Tumor weder Haut, noch Brustwand mit befallen hat und der Tumor eine bestimmte Größe nicht überschreitet. Eine vollständige Entfernung des Tumors mit einem Sicherheitssaum von 1-2 cm im gesunden Gewebe ist absolut notwendig.

Mögliche Gründe für eine komplette Entfernung der Brust

  • Der Tumor ist im Verhältnis zur Brust relativ groß.
  • Es liegt ein entzündlicher Brustkrebs vor (inflammatorisches Karzinom).
  • Es gibt mehrere Krebsnester in verschiedenen Bereichen der Brust.
  • Krebszellen sind in die Lymphgefäße der Brust vorgedrungen.
  • Es wurde bereits zwei Mal versucht, den Tumor Brust erhaltend zu entfernen, aber man findet immer noch Krebszellen in den Sicherheitsrändern.
  • Die alleinige Tumorentfernung oder Entfernung eines Quadranten lässt ein optisch unbefriedigendes Ergebnis erwarten.
  • Die nach einer Brust erhaltenden Operation immer notwendige Bestrahlung wird von der Patientin abgelehnt oder ist aus medizinischen Gründen nicht möglich.
  • Die Krebszellen haben Brustmuskel oder ?wand, Brustwarze oder die Haut erreicht.

Wie viele Lymphknoten werden bei der Operation entfernt?

Die Achselhöhle enthält ca. 40-60 Lymphknoten. Wird das Verfahren des Wächterlymphknotens angewendet, so werden meist 1-6 Lymphknoten entfernt. Müssen die Achsellymphknoten entfernt werden, so wird es international als ausreichend angesehen wenn mindestens 10 Lymphknoten entfernt wurden, um die Situation in der Achselhöhle sicher beurteilen zu können.

Was ist der Wächter- bzw. Sentinellymphknoten?

Der Wächter-Lymphknoten, auch Sentinel node genannt, ist derjenige Lymphknoten, zu dem die Lymphe aus dem Tumorgebiet als erstes abfließt. Erst danach erreicht die Lymphe weitere Lymphknoten im Gebiet der Achselhöhle. Dieser Lymphknoten ?wacht? also in gewissem Sinne über die anderen Lymphknoten. Er ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der erste Lymphknoten, in dem sich Tumorzellen ansiedeln.

Um die Zahl der entfernten Lymphknoten gering zu halten, entfernt der Chirurg somit zunächst nur diesen Wächterlymphknoten.

Findet der Pathologe in der feingeweblichen Untersuchung während der Operation keine Tumorzellen, verzichtet der Chirurg auf die Entfernung weiterer Achsellymphknoten. Enthält der Wächter-Lymphknoten Krebszellen, müssen weitere Lymphknoten entfernt und auf Tumorzellen untersucht werden.

Wie funktioniert das Wächterlymphknotenverfahren?

Um die Zahl der entfernten Lymphknoten gering zu halten, entfernt der Chirurg zunächst nur den ersten Lymphknoten im Lymphabflussgebiet, der vermutlich Wächterfunktion hat (=Wächter- oder Sentinel-Lymphknoten), d.h. die erste Station ist, die sich ausbreitende Krebszellen aufhält.

Findet der Pathologe in der feingeweblichen Untersuchung keine Tumorzellen, verzichtet der Chirurg auf die Entfernung weiterer Achsellymphknoten. Enthält der Wächter-Lymphknoten Krebszellen, müssen weitere Lymphknoten entfernt und auf Tumorzellen untersucht werden. Um den Wächter-Lymphknoten zu finden, kann eine Markierung mit einem Farbstoff oder mit einer radioaktiven Substanz helfen. Am Tag vor der Operation spritzt der Strahlenfacharzt eine schwach radioaktive Substanz in das Brustgewebe um den Tumor herum und in die Haut unmittelbar über dem Tumor. Das Markierungsmittel wird über die Lymphflüssigkeit zu den Lymphknoten transportiert und dort gespeichert. Dieser Weg lässt sich mit einer Lymphszintigrafie verfolgen, die die radioaktive Strahlung sichtbar macht. Nach ca. 20 Minuten zeigt sich der Wächterlymphknoten. Hier wird die Haut für den Chirurgen farbig markiert. Zusätzlich kann der Operateur vor dem chirurgischen Eingriff eine blaue Farblösung an derselben Stelle einbringen. Dann verfärbt sich die Lymphbahn bis zu den ersten Knoten bläulich. Der Schnitt zur Entfernung des markierten Lymphknotens wird am Ort der stärksten Radioaktivität (messbar mit einer Strahlensonde) bzw. an der markierten Hautstelle gesetzt. Mit einer Kombination beider Markierungsmethoden können über 90 Prozent der Wächterlymphknoten gefunden werden. Die Strahlung ist gering und ungefährlich.

Bei wem kann das Wächterlymphknotenverfahren angewendet werden?

Eine Entnahme ausschließlich des Sentinel-Knotens ist nur unter folgenden Voraussetzungen sinnvoll:

  • Es sind keine krankhaft vergrößerten Lymphknoten tastbar oder in der Bildgebung sichtbar.
  • Es wurde nur ein Tumorknoten gefunden, der maximal 2 cm groß war.
  • Vor der Operation fand keine Chemotherapie statt.
  • Der Wächter-Lymphknoten liegt in der Achselhöhle.

Was sind Möglichkeiten des Wiederaufbaus der Brust

Es gibt verschiedene operative Möglichkeiten, eine neue Brust aufzubauen. Heutzutage wird in vielen Fällen bereits unmittelbar nach einer Brustentfernung in derselben Narkose mit dem Wiederaufbau begonnen. Ein Brustaufbau ist aber auch noch Jahre nach einer Brustentfernung möglich.

Als Rekonstruktionsverfahren der Brust stehen folgende Verfahren zur Verfügung:

  • Brustaufbau aus körpereigenem Gewebe (Schwenklappen)
  • Brustaufbau mit einem Implantat (Silkonprothese)
  • Kombination von beiden Verfahren

Welches Verfahren wann zum Einsatz kommt richtet sich nach vielen verschiedenen Faktoren wie der Größe und dem Sitz des Tumors, dem Alter der Patientin und der damit verbundenen operativen Risiken und Begleiterkrankungen, der Qualifikation und Präferenz des Operateur und dem Wunsch der Patientin. Wichtig für die Wahl des Eingriffes ist auch, ob vorher oder anschließend eine Bestrahlung erfolgt. Ein Wiederaufbau mit Implantaten sollte nicht bestrahlt werden. Hierfür eignen sich Rekonstruktionen mit Eigengewebe.

Krebszellen im Knochenmark

In einer gerade veröffentlichten Studie konnten bei rund 30% aller Brustkrebspatientinnen Tumorzellen im Knochenmark gefunden werden.

Ein positiver Befund deutete hierbei auf eine schlechtere Prognose hin. So waren z.B. bei Patientinnen mit Tumorzellen im Knochenmark Metastasen früher nachweisbar. Im Schnitt hatten tumorzellpositive Patientinnen größere Tumore, aggressive Tumorzellen (G2-3), häufiger Lymphknotenmetastasen und negative Hormonrezeptoren.

Studien mit Knochenmarkspunktionen werden aktuell in Tübingen unter Leitung von Herrn PD Dr. Solomayer und Oberärztin Frau Dr. Fehm durchgeführt.

Nähere Informationen erfahren Sie unter folgender Telefonnummer: (07071) 29- 8 22 36

Mit welchen Nachwirkungen muss ich nach der Operation rechnen?

Nach der Operation können Taubheitsgefühl, Missempfindungen oder Schmerzen im Operationsbereich und dessen näherer Umgebung auftreten. Ursachen sind im Rahmen der Operation durchtrennte Nerven und/ oder verstärkte Spannung der Haut infolge des Gewebeverlustes. Durch frühzeitige krankengymnastische Übungen lassen sich diese Beschwerden oft vermeiden oder zumindest allmählich lindern.

Warum kann es nach der operativen Therapie zu einer Schwellung des Arms (sog. Lymphstau) kommen? Was kann ich dagegen tun?

Aus der operativen Entfernung von Lymphknoten resultiert ein sofortiger Rückstau der Lymphe in den Arm. Gleichzeitig beginnt der Körper neue Abflusswege aufzubauen, die die Abflussbarriere umgehen. Gelingt dies nicht ausreichend, entsteht bei ca. 10% der operierten und ca. 20% der zusätzlich bestrahlten Patientinnen ein Lymphödem.

Es ist sehr wichtig, sofort nach Ausbildung eines Lymphödems eine Krebsnachsorgeuntersuchung durchführen zu lassen, um ein erneutes Krebswachstum mit Verlegung des Lymphabflusses durch neue Krebsgeschwülste auszuschließen.

Erst dann darf eine Lymphdrainage-Therapie begonnen werden. Diese sollte in Kombination mit einer Kompressionstherapie erfolgen.

Wieso muss ich nach einer Operation noch Medikamente einnehmen? Der Tumor wurde doch entfernt?

Auch wenn bei der Diagnose des Brustkrebses keine Metastasen (Tochtergeschwulst) im Körper gefunden wurden, können doch schon einzelne Zellen des Tumors in den Blutkreislauf und in andere Organe gelangt sein. Um das Risiko einer Streuung von Tumorzellen zu vermindern, wird heute den meisten Patientinnen im Anschluss an die Operation und Bestrahlung eine adjuvante Therapie, d.h. eine medikamentöse systemisch wirkende Therapie empfohlen. Nur bei wenigen Patientinnen sind eine Operation und eine Strahlentherapie ausreichend, dies ist jedoch eher die Ausnahme.

Bestrahlung

Grundsätzlich sollte jede Patientin nach einer brusterhaltenden Operation an der Brust bestrahlt werden. Zum Einsatz kommt die Bestrahlung aber auch bei einigen Frauen nach Brustentfernung sowie zur Behandlung von Metastasen und bei Schmerzen.

Indikationen zur Bestrahlung:

1. Brusterhaltende Operationen

- Wenn der Tumor operativ nicht vollständig entfernt werden konnte, d.h. der Sicherheitsabstand zwischen Tumor und Schnittrand weniger als 5 mm betrug

2. Nach Brustentfernung, wenn:

- Wenn mehr als 3 Lymphknoten befallen sind

- Der Tumor wächst an mehreren Orten

- Der Tumor ist in den Brustmuskel oder in die Brustwand (z.B. die Rippen) eingedrungen

- Es liegt ein entzündlicher (inflammatorischer) Brustkrebs vor

- Krebszellen sind in die Gefäße oder Lymphbahnen eingebrochen

- Die Patientin ist jünger als 35 Jahre

- bei bestimmten Metastasen (Gehirn, Knochen)

Wann sollte mit einer Strahlentherapie nach der Operation begonnen werden?

Grundsätzlich sollte die Strahlentherapie nicht länger als 16-18 Wochen nach der Operation beginnen.

Welche Nebenwirkungen hat eine Bestrahlung der Brust?

Während der Bestrahlung können Rötungen und Schwellung der Haut auftreten, wie bei einem starken Sonnenbrand. Längerfristig kann die Brust narbig verhärten, die Pigmentierung der Haut kann sich verstärken und die Brust kann kleiner werden. Die Entstehung von Lungenkrebs, Lungenfibrose oder Herzschwäche ist mit den modernen Bestrahlungstechniken deutlich geringer geworden.

Systemische Therapie- Chemotherapie

Wann sollten nach der Operation mit einer Chemotherapie begonnen werden?

Die Chemotherapie sollte spätestens 6 Wochen nach Operation begonnen werden.

Gestern habe ich meinen 2. Zyklus der Chemotherapie erhalten. Heute sind meine weißen Blutkörperchen stark gefallen. Wie kommt es dazu? Erholen sich die Blutkörperchen wieder?

Eine Chemotherapie wirkt nicht nur auf die Tumorzellen, sondern auch auf alle sich schnell teilenden Zellen im Körper. Dazu gehören leider auch die blutbildenden Zellen.

Daher ist ein Abfall der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) eine typische Nebenwirkung. Gefährlich für Sie wird es jedoch erst, wenn Sie dazu noch Fieber bekommen. Dann müssen Sie dringend in die Klinik!

Ihr Arzt kann entweder mit Wachstumsfaktoren (G-CSF) die Blutbildung anregen oder evtl. auch die Dosierung der Medikamente etwas verringern.

Sprechen Sie mit ihm, was er in Ihrem Fall vorschlagen würde.

Keine Angst - nach Abschluss der Chemotherapie erholen sich die Blutwerte wieder.

Portanlage - was meinen Sie dazu?

Bei schlechten Venenverhältnissen wird die Anlage eines zentralen Venenkatheters (Port) empfohlen. Dieser wird in örtlicher Betäubung in eine große, zum Herz führende Vene eingelegt. Das Kathetersystem liegt im Fettgewebe unter der Haut. Die so genannte Portkammer (Durchmesser ca. 4cm) kann man leicht durch die Haut ertasten und mit einer speziellen Nadel anstechen. Nach der Chemotherapie wird die Nadel wieder entfernt, nach Abschluss der gesamten Behandlung kann das Kathetersystem wieder problemlos in örtlicher Betäubung entfernt werden.

Ich bekomme 6x FEC, meine Freundin 3x FEC gefolgt von 3x Taxotere - warum?

Bei Patientinnen mit befallenen Lymphknoten ist die Therapie mit 3x FEC gefolgt von 3x Taxotere der alleinigen FEC Therapie überlegen (und auch mit weniger Nebenwirkungen behaftet). Bei Patientinnen ohne befallene Lymphknoten, die eine Chemotherapie brauchen, ist 6x FEC derzeit Standardtherapie - die Taxane sind hier in ihrer Wirksamkeit noch nicht belegt.

Wer bietet Studien an?

Klinische Therapiestudien werden in fast allen Universitätskliniken und an den großen Kreiskrankenhäusern angeboten. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt welches geeignete Brustzentrum in Ihrer Nähe im Rahmen von Studien behandelt.

Nähere Informationen finden Sie auch im Internet unter: www.brustkrebs-studien.de

Was ist der Vorteil der Teilnahme an Studien?

Patientinnen haben die Möglichkeit im Rahmen von Studien mit den neuesten Medikamenten behandelt zu werden, bevor diese Standard sind. Wissenschaftliche Untersuchungen haben nachgewiesen, dass Brustkrebspatientinnen, die im Rahmen von Studien behandelt wurden, im Durchschnitt länger leben und weniger Rückfälle haben, als Patientinnen, die nicht in Studien eingebunden waren.

Anti-Hormon-Therapie

Wann sollte man mit der Anti-Hormon-Therapie beginnen?

Die Therapie sollte direkt nach einer Chemotherapie erfolgen. Ist keine Chemotherapie geplant, sollte man auf alle Fälle direkt nach der Operation beginnen. Eine Gabe gleichzeitig mit der Bestrahlung hat keinen nachteiligen Effekt.

Wie lange dauert eine antihormonelle Behandlung nach Brustoperation?

Dies hängt vom individuellen Risiko für einen Krankheitsrückfall und der Art der Medikation ab. In vielen Fällen wird eine Therapie über fünf Jahre empfohlen, da in diesem Zeitraum die Rückfallquote am höchsten ist. Mit Antiöstrogenen wie Tamoxifen sollte die Therapie nicht länger erfolgen, da die Gefahr von Nebenwirkungen bei einer Therapie über fünf Jahre hinaus den Nutzen überwiegt.

Neue Studien haben gezeigt, dass eine weitere antihormonelle Therapie nach Tamoxifen-Behandlung bei bestimmten Patientinnen zu einer zusätzlichen Risikoreduktion führt. Die Rückfallquote konnte durch eine Anschlussbehandlung mit Aromatasehemmern nach fünf Jahren Tamoxifen-Therapie gesenkt werden. Ob für eine Patientin diese erweiterte Behandlung sinnvoll ist, muss der Arzt im Einzelfall entscheiden.

Sollte bei nur leicht rezeptor-positivem Tumor eine Antihormontherapie versucht werden?

Generell ist Expertenmeinung, dass auch bei leicht rezeptor-positivem Tumor eine Antihormontherapie versucht werden sollte - falls nicht irgendwelche Gründe (z.B. Vorerkrankungen etc.) dagegen sprechen. Hier ist dann in der Postmenopause ein Aromatasehemmer wirksamer als Tamoxifen.

Ob das in Ihrem konkreten Fall indiziert ist (Abwägung Nutzen - Nebenwirkungen) kann nur Ihr Arzt im gemeinsamen Gespräch mit Ihnen entscheiden.

Können Aromatasehemmer gegen Brustkrebs auch vor dem Klimakterium eingesetzt werden?

Aromatasehemmer werden nach dem Klimakterium bei hormonsensiblem Brustkrebs eingesetzt. Die Bildung von Östrogenen im Körper erfolgt nach der Menopause ausschließlich im Gewebe über ein Protein, der Aromatase.

Die Bildung von Östrogenen kann nach dem Klimakterium mit Aromatasehemmern nahezu vollständig unterdrückt werden und östrogensensibler Brustkrebs wird dadurch in seinem Wachstum gehemmt.

Ein alleiniger Einsatz von Aromatasehemmern vor dem Klimakterium ist aufgrund der dann noch zusätzlich bestehenden Produktion von Östrogenen durch die Eierstöcke nicht sinnvoll.

Mit welchen Nebenwirkungen muss ich bei einer antihormonellen Therapie rechnen?

Eine antihormonelle Therapie zielt darauf ab, dass das Hormon Östrogen seine wachstumsstimulierende Wirkung auf den Tumor nicht mehr entfalten kann. Um dies zu erreichen, werden entweder die Andockstellen der Tumorzelle für Östrogen blockiert (Tamoxifen) oder die Bildung von Östrogenen wird von vornherein unterbunden (Aromatasehemmer). Da das Östrogen aber auch andere Funktionen im Körper ausübt, können bei Entzug Nebenwirkungen auftreten, die klimakterischen Beschwerden ähneln (auch hier ist die Ursache ein Absinken des Östrogenspiegels). So werden zum Beispiel Hitzewallungen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und Osteoporose beobachtet.

Wie gehe ich mit Gelenkschmerzen unter antihormoneller Therapie um?

Bei einer antihormonellen Therapie mit Aromatasehemmern können Gelenkbeschwerden als Nebenwirkung auftreten. Diese Beschwerden hängen mit dem Wirkmechanismus dieser Medikamente zusammen: Aromatasehemmer senken die Östrogenspiegel und führen dadurch zu einer Hemmung des Tumorwachstums hormonsensiblen Brustkrebses.

Da Östrogene aber auch einen Einfluss auf Stoffwechselvorgänge in Gelenken und Knochen haben, kann es bei einem solchen Östrogenentzug zu Gelenkschmerzen kommen. Meistens bessern sich die Beschwerden mit zunehmender Behandlungsdauer oder können gut mit leichten Schmerzmitteln beherrscht werden. In einigen Fällen sind die Gelenkbeschwerden aber so ausgeprägt, dass die Behandlung nicht fortgesetzt werden kann. Sollten Sie zu den Betroffenen gehören, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt über die für Sie beste Lösung.

Kann ich Phytoöstrogene / Soja gegen meine Hitzewallungen unter einer Antihormontherapie einsetzen?

Phytoöstrogene, wie die in Soja und Rotklee vorkommenden Isoflavone, werden als Nahrungsergänzungsmittel angeboten mit dem Ziel, Beschwerden wie Hitzewallungen, die durch einen Abfall des Östrogenspiegels auftreten, durch den östrogenartigen Effekt von Phytoöstrogenen zu behandeln. Studien, die zu dieser Therapiemöglichkeit bisher durchgeführt wurden, kommen jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen. Der therapeutische Einsatz von Phytoöstrogenen bei klimakterischen Beschwerden ist daher umstritten.

Da bei Studien mit Phytoöstrogenen zum Teil wachstumshemmende, zum Teil aber auch wachstumsfördernde Effekte auf das Brustgewebe beobachtet wurden, ist eine Therapie von Hitzewallungen mit Phytoöstrogenen insbesondere bei hormonsensiblen Brustkrebspatientinnen als riskant einzustufen. Von einer solchen Therapie ist daher nach heutigem Kenntnisstand eher abzuraten.

Antikörpertherapie

Ich habe einen Brustkrebs, der den Rezeptor HER-2/neu mit +2 synthetisiert. Sollte ich eine Antikörpertherapie mit Trastuzumab (Herceptin ®) erhalten?

Derzeit ist Trastuzumab in Deutschland lediglich für die Behandlung von Frauen mit metastasiertem Mamma-Karzinom zugelassen, deren Tumoren den Rezeptor Her-2/neu übermäßig synthetisieren ? d.h. für jede vierte Frau. Durch eine Therapie mit Trastuzumab (Herceptin) kann hierbei die Rate der Lokalrezidive und Fernmetastasen um die Hälfte gesenkt werden. Patientinnen mit einem Wert von 3+ sprechen am besten auf eine Behandlung mit Herceptin an. Um herauszufinden, ob auch Patientinnen mit einem Wert von 2+ gut ansprechen, gibt es einen zusätzlichen Test, den FISH-Test

Aus den Medien habe ich erfahren, dass Trastuzumab (Herceptin ®) vorbeugend auch bei Patientinnen ohne Metastasen eingesetzt werden soll. Was wissen Sie darüber?

Seit den neuen Studienergebenissen, die im Mai 2005 auf dem ASCO-Kongress vorgestellt wurden, weiß man, dass Trastuzumab noch viel besser wirkt, wenn es vorbeugend gegeben wird. Weltweit laufen derzeit vier große Studien mit rund 14 000 Patientinnen, die zeigen sollen, ob Trastzumab auch wirkt, wenn es vorbeugend gegeben wird. Die HERA-Studie, die NSABP-B-31-Studie, die NCCTG-N9831-Studie und die BCIRG-006-Studie.

Trastuzumab (Herceptin ®) - zahlt die Kasse vorbeugend bereits jetzt?

Herceptin ist zwar für die Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs im metastasiertem Stadium, jedoch noch nicht für eine vorbeugende Therapie eines HER2-positiven Brustkrebs im Frühstadium zugelassen. Das heißt konkret, dass Sie mit der Krankenkasse verhandeln müssen, ob sie die Therapiekosten von etwa 25 000 bis 400 000 Euro pro Jahr übernimmt. Prof. Dr. D. Wallwiener ? Vorsitzender der Deutschen Senologie Gesellschaft ? rät zu folgendem Vorgehen: Ein Gynäkologe/ Onkologe sollte die Indikation schriftlich stellen. Damit sollte die Patientin zu Ihrer Krankenkasse gehen und die Zusage für die Kostenübernahme beantragen. Wird diese verweigert, sollten Sie ggf. eine Klage einreichen.

Mein Brustkrebs war ursprünglich HER2-negativ. Jetzt sind neu Metastasen gefunden worden. Macht es Sinn diese sicherheitshalber noch mal auf das Vorhandensein von HER2 zu untersuchen?

Rund 6 Prozent der HER2-negativen Brusttumoren werden im Laufe ihrer ?Karriere? zum mestastasierten Brustkrebs doch noch Her-2-positiv. Wenn Ihre Metastase leicht von einer Punktionsnadel zu erreichen ist, sollten Sie diese sicherheitshalber noch mal auf HER2-Andockstellen untersuchen lassen. Als Alternative gibt es einen HER-2-Serum-Test, mit dessen Hilfe man im Blut die ?abgebrochenen Antennen? des HER2-Rezeptors messen kann.

Bisphosphonate

Kann man mit Bisphosphonaten Knochenmetastasen vorbeugen und gleichzeitig etwas gegen Osteoporose tun?

Mit Bisphosphonaten kann man Knochenmetastasen vorbeugen - allerdings sind hier die Daten aus großen Studien nicht ganz einheitlich.

Als Osteoporosetherapie sind sie indiziert - aber auch hier gilt - in Abhängigkeit von der Knochendichte der Patientin. Tamoxifen baut den Knochen nicht so sehr ab wie der komplette Östrogenentzug durch Zoladex - daher auch hier: den behandelnden Arzt fragen.

Denn auch Bisphosphonate haben bei Langzeiteinnahme Nebenwirkungen - das "Nutzen -- Nebenwirkungs Verhältnis" kann nur im Einzelfall in einer persönlichen Beratung entschieden werden.

Nebenwirkungen

Arzneistoffgruppe Wirkmechanismus/ Arzneistoffgruppe Häufige Nebenwirkungen
5-Fluorouracil Hautschäden, Nervenschäden, Bindehautentzündung, Sehstörungen, Herzschäden bzw. -funktionsstörungen
Anastrozol Aromatasehemmer Hitzewallungen, trockene Scheide, Verstopfung, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Gelenkschmerzen
Capecitabin Hautschäden (Hand-Fuß-Syndrom), Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Haarausfall, Störungen der Blutbildung
Carboplatin Planinverbindung Haarausfall, Abfall der weißen Blutkörperchen, Nerven- und Gefühlsstörungen, Sehstörungen, Schmerzen im Magen -und Darmbereich, Schüttelfrost
Cyclophosphamid Chemotherapeutikum (alkylierender Stoff) Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Störungen der Blutbildung und der Immunabwehr, Nervenschäden
Docetaxel Taxan Infektionen, Fieber (auch allergisch), z.T. schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, Atemnot, Nerven- und Herzschädigungen
Doxorubicin Antibiotikum mit starker zellwachstumshemmender Wirkung Haarausfall, Herzschäden, Schleimhautschäden, Nagelveränderungen/-lösungen, Muskelschwäche, Appetitlosigkeit
Exemestan Aromatasehemmer Leberveränderungen
Gemcitabin Greift in die Zellteilung ein Übelkeit, Blutarmut, Abfall der Blutplättchen, Schwäche
Goserelin Gn-RH-Analoga Gelenkschmerzen, Ausbleiben der Monatsblutung bzw. vorzeitiges Klimakterium, Schwitzen, Depression, Kopfschmerzen, trockene Scheide
Ibandronat Bisphosphonat Grippale Beschwerden, Fieber, Kopfschmerzen
Letrozol Aromatasehemmer Venenthrombosen, Kopfschmerzen, Haarausfall
Megestrolacetat/ Medroxyprogesteron-acetat Gestagen Hitzewallungen, starkes Schwitzen, Muskelkrämpfe, Juckreiz, Venenthrombosen, Verschlechterung des Blutzuckers, Gewichtszunahme, Blutdruckanstieg, Sehstörungen
Methotrexat Greift in den Zellstoffwechsel ein (Folsäureantagonist) Haut- und Schleimhautreizungen, Nagelveränderungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Nierenschäden, Fieber, Nerven- und Leberschäden, Atemnot (athmaähnlich), Lungenentzündung
Paclitaxel Taxan Störungen der Blutbildung im Knochenmark, Herzschäden, Haarausfall, Gelenk- und Muskelschmerzen, leichte Überempfindlichkeitsreaktionen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
Tamoxifen Hormontherapie (Antiöstrogen) Hautausschlag, trockene Scheide, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Hitzewallungen, Schwellungen, Venenthrombosen, Zyklusstörungen, Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut
Trastuzumab Monoklonale Antikörper Bauchschmerzen, Schmerzen im Brustkorb, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Herzschäden, allergische Reaktionen, Knochenschmerzen
Vinorelbin Vinca-Alkaloid (hemmt die Zellteilung) Verstopfung bis hin zu einer Darmlähmung, asthmaähnliche Atemnot, Appetitlosigkeit
Zoledronat Bisphosphonat Grippale Beschwerden, Fieber, Kopfschmerzen, in seltenen Fällen Nierenschädigung

Nachsorge

Wie sieht die Nachsorge aus?

Zeitplan
Untersuchung
1.-3. Jahr
(Kontrollen: alle 3 Monate)
4.-5.Jahr
(Kontrollen: alle 6 Monate)
6.-10.Jahr
(Kontrollen: alle 12 Monate)
Anamnese/
Aufklärung/
Information/
Labor
-> alle 3 Monate -> alle 6 Monate -> alle 12 Monate
Selbstuntersuchung -> monatlich -> monatlich -> monatlich
Untersuchung der Mamma -> alle 3 Monate -> alle 6 Monate -> alle 12 Monate
Gynäkologische Untersuchung -> alle 12 Monate -> alle 12 Monate -> alle 12 Monate
Mammographie
- ipsilaterale
(=befallene) Brust
- kontralaterale Brust

-> alle 6 Monate

-> alle 12 Monate

-> alle 12 Monate

-> alle 12 Monate

-> alle 12 Monate

-> alle 12 Monate

Rezidiv / Fernmetastasierung

Wie hoch ist das Rückfallrisiko nach brusterhaltender Therapie?

Das Risiko für einen lokalen Rückfall liegt nach Brusterhaltender Therapie mit nachfolgender Bestrahlung nach fünf Jahren zwischen 5 und 20 %. In einem Viertel bis zur Hälfte der Fälle liegt bei einem Lokalrezidiv bereits eine Fernmetastasierung vor. Fernmetastasen finden sich am häufigsten in abnehmender Reihenfolge in den Knochen, der Lunge, der Leber und im Gehirn. Seltener sind Metastasen in den Eierstöcken, dem Bauchfell und der Nebenniere.

Wenn Metastasen vorliegen ist der Brustkrebs unheilbar. Dann sollte sich die Therapie an den Symptomen und der Lebensqualität orientieren.

Wann müssen Knochenmetastasen behandelt werden?

Bei beginnendem Querschnitt ist eine operative Entlastung so früh wie möglich anzustreben. Eine lokale Nachbestrahlung ist erforderlich, um eine lokale Tumor- und Metastasenkontrolle zu erreichen. Ist eine Operation nicht durchführbar, sollte eine notfallmäßige Strahlenbehandlung erfolgen, am besten in Kombination mit einer hochdosierten Kortisontherapie.

Bei Wirbelsäuleninstabilität ohne Lähmungserscheinungen bei ambulanten Patientinnen sollte eine Bestrahlung erfolgen.

Welche Schmerztherapie ist bei Knochenmetastasen am besten geeignet?

Neben den klassischen Schmerzmitteln haben die Bisphosphonate, sowohl oral als auch intravenös, einen festen Platz in der Therapie. Auch die Radiatio stellt eine gut validierte Methode zur Schmerztherapie dar.

Operative Therapie bei Leber- und Lungenmetastasen?

Bei Leber- und Lungenmetastasen spielt die Operation eine untergeordnete Rolle. Bei Lungenmetastasen kann eine Operation bei einem einzelnen Herd und langem krankheitsfreien Intervall erwogen werden.

Schwangerschaft und Brustkrebs

Ist die Prognose in der Schwangerschaft schlechter?

Nein, die Prognose ist bei Schwangeren nicht schlechter. Jedoch wird die Diagnose häufig verschleppt, im Schnitt etwa um 10 Monate, und damit stellen sich die Patientinnen in bereits fortgeschrittenerem Stadium bei Erstdiagnose vor.

Untersuchungen in der Schwangerschaft bei Verdacht auf Brustkrebs ? was schadet meinem Kind?

Mammographie

gut möglich Strahlenbelastung ca. 0,01 mGy Minimale Strahlendosis, die zu Fehlbildungen führen könnte, liegt bei 50 bis 100 mGy

Knochenszintigraphie

Sollte vermieden werden

Operationen an der Brust

Gut möglich, jedoch sollten sie auf das krebstherapeutisch Wesentliche beschränkt sein, d.h. Wiederaufbau außerhalb der Schwangerschaft

Wächterlymphknoten-Verfahren

Gut möglich

Strahlentherapie

Sollte vermieden werden, z.B. durch primäre Ablatio

Chemotherapie - mit Doxorubicin, Cyclophosphamid und Fluorouracil

1. Trimenon: Fehlbildungsrisiko steigt von 3 auf 16 % 2./3. Trimenon: keine Verschlechterung der Prognose

Taxane

Keine ausreichende Datenlage

Antikörper-Therapie mit Herceptin

Keine ausreichende Datenlage

Antihormontherapie

Sollte vermieden werden

Seit einem Jahr habe ich die Therapie nach Brustkrebs abgeschlossen. Mein Mann und ich wünschen uns nun ein zweites Kind. Darf ich wieder schwanger werden?

Einer Schwangerschaft steht bei ehemaligen Brustkrebs-Patientinnen grundsätzlich nichts im Wege, allerdings ist die Prognose umso günstiger, je länger die Frauen damit warten. Ein Abstand von mindestens einem Jahr wird empfohlen.

Ebenso sollten Frauen nach einer Tamoxifen-Therapie ihren Kinderwunsch noch eine Weile hinausschieben: Der Wirkstoff wird zwar binnen acht Wochen aus dem Körper geschwemmt, aber wie lange sich die teratogene Wirkung hält, ist unbekannt. Es wird von Experten empfohlen nach einer Therapie mit dem Anti-Östrogen einige Monate eine Schwangerschaft zu vermeiden.

Sexualität und Verhütung bei Brustkrebs

Ich leide an hormonrezeptor-positivem Brustkrebs. Welche Art von Verhütung sollen mein Partner und ich wählen?

Bei hormonabhängigen Tumoren kommen in erster Linie kupferhaltige Intrauterinpessare (Spirale) oder ein Gestagenpräparat in Frage.

Werden keine Kinder mehr gewünscht, kann die eigene oder die Sterilisation des Partners erwogen werden.

Des Weiteren gibt es mechanische Verhütungsmittel, wie Kondome oder das Diaphragma oder natürliche Methoden wie z.B. die Kalendermethode. Die Zuverlässigkeit der Methoden ist allerdings recht unterschiedlich, gleichermaßen der jeweilige Aufwand. Welche Methode die jeweils geeignetste für Sie ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt und Ihrem Partner besprechen.

Was kann ich tun, wenn nach einer Chemotherapie und Bestrahlung der Geschlechtsverkehr unmöglich geworden ist, wegen Austrocknung der Scheide?

Sie können Gleitmittel benützen, aber auch lokale Östrogenzäpfchen / Cremes (z.B. Ovestin) sind möglich. Fragen Sie am besten Ihren Frauenarzt und sprechen Sie offen mit Ihrem Partner.

Medizinische Befunde verständlich erklärt

ER
PR

Östrogen-Rezeptor
Progesteron-Rezeptor

- Rezeptorpositive Fälle werden prognostisch günstiger eingeschätzt - endokrine Therapie möglich

Her-2/ neu-Überexpression Wenn Brustkrebszellen zu viele HER2-Rezeptoren besitzen, spricht man von einer "HER2-Überexpression". Wenn Brustkrebszellen im Zellkern noch dazu zu viele HER2-Gene aufweisen, spricht man von einer "HER2-Amplifikation".

Weiterer Rezeptor an der Tumorzelleoberfläche

- Prognostisch ungünstiger - Therapie mit Trastuzumab (Herceptin) möglich

T 1-4

Tumorgröße

- umso größer, umso ungünstiger

N 1-3

Nodalstatus = befallene Lymphknoten in der (ipsilateralen oder gegenüberliegenden) Achselhöhle

- prognostisch ungünstiger Der Nachweis von Tumorzellen in den Lymphknoten wird nicht als Metastase gewertet, obwohl es umgangssprachlich leider anders gehandhabt wird.

M 1

Metastasen = Absiedlungen

G 1-3

Grading, d.h. Differenzierung oder Aggressivität des Tumors

Je höher das Grading, desto ungünstiger die Prognose